Amalfitana
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Ravello

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Amalfitana die Traumstraße   (Provinz Neapel in Campanien, Süditalien)
"Amalfis Küstenstraße ist wie eine schöne Frau:
aufregend, kurvig und manchmal ziemlich anstrengend"

Durch das Gebirge der Halbinsel von Sorrent gelangt man an den Golf von Salerno an der Südseite der Halbinsel, welche im Süden sehr schroff in das Mittelmeer abfällt: bald nach einigen engen Kurven die Stadt POSITANO (3200 Einw.) - Diese wirkt direkt an den Berghang beklebt, hier ragen die Berge bis 1400m sehr steil und schroff in die Höhe.
(Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Positano und Amalfi nur auf dem Seeweg zu erreichen).
Um den schmucken Palazzo Murat, einst für Napoleons Statthalter, bieten heute "Künstler" und Aussteiger Aquarelle, Schmuck und überteure Souvenirs an. An die großartige Vergangenheit, als Positano im Mittelalter eine Stadt der Seefahrer war, erinnert das normannische Halbrelief neben der Pfarrkirche
Santa Maria Assunta.(I.Bild re. o.)
AMALFI (5300 Einw.), war ab 850 eine starke Seerepublik und Handelsmacht und zählte bis zu 50000 Bewohner.
Die Kathedrale von Amalfi, Zeugnis der Verschmelzung unterschiedlicher künstlerischer Einflüsse durch die Jahrhunderte. Im 11. Jahrhunderts erbaut, sollte die bereits existierende Frauenkirche mit einbezogen werden. Nach dem Konzil von Trent wurden die beiden Kirche wieder getrennt. Um die Umbauspuren zu verdecken, wurden verschiedene Ornamente angebracht.
"La Basilica del Crocifisso"
( Die Restaurierung von 1961 brachte auch die Verschmelzung des Baus aus Kirche und Moschee wieder hervor.)
Der Glockenturm der Kathedrale wurde zwischen 1180 und 1276 errichtet. Im unteren Teil dominieren romanische Bauelemente, während im oberen Teil arabische Einflüsse sichtbar sind. Das Mosaik im Tympanon von Domenico Morelli stellt Christus auf dem Thron dar, der die Szene der Apokalypse des Heiligen Johannes und der Jünger betrachtet. Der Torbogen aus dem 19. Jahrhundert, die arabischen Bögen und die Frescos bilden ein zauberhaftes Ensemble. Die Bronzetüren der Mittelpforte wurden 1060 in Konstantinopel gegossen und anschliessend in den Marmorbogen aus dem 8. Jahrhundert eingesetzt. Neben der arabisch-normannischen Kathedrale, die an vergangene Größe erinnert, befindet sich der "Kreuzgang des Paradieses"; (Die Kathedrale i.Bild li.o.)
(846 schickte die Stadt Schiffe zur Verteidigung Roms. Zusammen mit den Flotten von Neapel und Gaeta gelang es, die Sarazenen bei Ostia zu schlagen. Amalfi wurde in der Folge die erste der Vier Seerepubliken: Amalfi entwickelte die erste schriftliche Seerechtkodifikation Italiens, die Tabula Amalphitana, welche noch weit über die Lebenszeit der Seerepublik hinaus Gültigkeit im ganzen Mittelmeerraum besaß. Amalfi prägte eigene Münzen und war im ganzen Mittelmeer bekannt für seine Schiffswerften. (Neben Genua, Pisa und Venedig).
1131 jedoch begann Amalfis Niedergang: Es wurde von den Normannen erobert, 1137 von den Pisanern geplündert, im 14. Jh. von einem Seebeben erschüttert und dann von der Geschichte vergessen. Erst im 19. Jh. endete der Dornröschenschlaf, als prominente Weltenbummler den Reizen der verschachtelten Gassen im engen Valle dei Mulini (Mühlental) erlagen. Teilweise wurde Amalfi von Piraten als Versteck oder Raststation genutzt. Die Produktion von Papier in den Wassermühlen des Mühltals von Amalfi und die Herstellung von Pasta bildete in dieser Zeit die wichtigsten Erwerbszweige.
Der Streit um den Kompass:
Stolz steht er im Hafen von Amalfi: Flavio Gioia, Sohn der Stadt und vermeintlicher Erfinder des Kompasses, der die riskanten Fahrten auf dem Mittelmeeretwas kalkulierbarer werden ließ. Diesen Ruhm machen den Amalfitanern allerdings die Patrioten aus Positano streitig- und einige Fachleute, die der Ansicht sind, Gioia habe die Erfindung lediglich von arabischen Seeleuten abgeschaut, die wiederum über Handelskontakte in den fernen Osten an den Kompass geraten wären. Denn entwickelt hätten das Gerät angeblich die Chinesen.
Erstmals wurde von einem englischen Gelehrten Alexander Neckam ca. 1187 eine magnetisierte schwimmende Nadel erwähnt, die unter Seeleuten in Gebrauch war; nach heutiger Auffassung handelt es sich beim europäischen Modell um eine unabhängige Entwicklung, die weder von den Chinesen übernommen, noch von den Arabern vermittelt worden war. Als vermeintlicher Erfinder gilt ein italienischer Seefahrer aus Amalfi, wo noch heute Flavio Gioia als „Erfinder des Kompasses“ mit einem Denkmal am Hafen geehrt wird.
Im späten 13. Jahrhundert kombinierten die Seefahrer des Mittelmeers als erste die Magnetnadel mit der Windrose.

Heute lebt Amalfi und die Amalfitana in erster Linie vom Tourismus.-
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