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RABAT
Das Mündungsgebiet
des Oued Bou-Regreg war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt.
Bereits in der Zeit um 300 v. Chr. existierte im Gebiet der Chellah
ein punischer Hafen, über den Handel mit Karthago betrieben
wurde.
Im Jahre 1146 wurde die Küstenregion Marokkos durch den Almohaden
Abd al-Mumin annektiert. Er ließ Salé (die am gegenüberliegenden
Ufer liegende Stadt) zerstören, Rabat jedoch ausbauen, wobei
auch die Oudaïa-Kasbah entstand.
Kalif Yaqub al-Mansur (1184-1199) ließ Rabat großzügig
ausbauen, eine große
Hassan-Moschee errichten und Rabat zur Hauptstadt seines
Reiches erheben. Er ließ die mächtige über 5 km
lange Stadtmauer errichten sowie eine gigantische Moschee, die allerdings
nie vollendet wurde. Nach Yaqubs Tod wurden dessen Pläne nicht
länger verfolgt und die Residenz der Almohaden wieder nach
Marrakech verlegt.
1627 schlossen sich Rabat und Salé
zur unabhängigen Republik Bou-Regreg zusammen. In der Folge
stieg der Reichtum der Städte durch Freibeuterei und Sklavenhandel,
so dass in diese Epoche auch die Errichtung der Medina von Rabat
fällt.
1666 wurde die Republik Bou-Regreg von den Alawiden eingenommen,
die Freibeuterei wurde jedoch nicht einstellt.
1765 Zerstörungen in Form eines französischen Vergeltungsschlages
auf Grund der nicht enden wollenden Piraterie. Mit dem sich daraufhin
einstellenden Niedergang der Piraterie kam es abermals zum Niedergang
von Rabat und Salé, aus dem sich Rabat nicht jedoch
Salé erst im 20. Jahrhundert befreien konnte. Unter
dem französischen Protektorat 1912 wurde die Stadt vom General
Lyautey zum Verwaltungshauptsitz Marokkos bestimmt.
Sultan Mulai Abd al-Hafiz verlegte
daraufhin den Sitz des Alawidenhofes von Fès nach Rabat.
So residiert auch der derzeitige König, Mohammed VI., den größten
Teil des Jahres in Rabat.
Rabat ist die Hauptstadt
Marokkos.
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